Von Antwerpen über die Osterschelde nach Rotterdam

Antwerpen, die schöne mittelalterliche Stadt an der Schelde übt einen melancholischen und unwiderstehlichen Reiz aus und als Hotspot für Gastronomen und Delifreaks gleichermassen interessant.

Rotterdam könnte gegensätzlicher nicht sein. Hochmoderner, ja aventgardistischer Städtebau an der machtvollen Maas, durchsprenkelt von kleinteiliger typisch holländischer Bauklötzchenarchitektur, gekrönt von der funkelnagelneuen Markthalle, die in gigantischer Grösse nicht nur dem Handel Platz, sondern auch dem Grossbürger Hunderte an Edelappartments bietet.

Beide Städte liegen ca. eine Stunde Autofahrt auseinander, die man aber auf zwei Stunden erweitern sollte, wenn man sich mit dem Themen Muschelzucht, Austernfischerei und Rohmilchkäse vom Bauernhof auseinandersetzen möchte. Zusätzlich winkt die Sandstrand der Nordseeküste und natürlich ein schönes Beachcafé.

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Antwerpen

Ankommen. Wichtig ist ein Hotel im historischen Zentrum, wie z,B. Das http://www.hotelrubensantwerp.be liegt perfekt am Grote Markt, schöne Zimmer, Frühstücksituation nicht ideal. Anders herum im http://www.hiltonhotels.de/belgien/hilton-antwerp- old-town/ , superzentral, schöne Frühstücks und Barsituation, Zimmer etwas in die Jahre gekommen, teilweise sehr günstig zu schiessen. Nicht günstig zu schiessen ist die http://www.dewittelelie.be/ ein Edelstein, einige Gehminuten ausserhalb der Altstadt. Überhaupt ist Antwerpen ja für seine Diamanten berühmt. In Bahnhofsnähe spürt man von der geheimnisvollen Atmösphare am meisten, hier sind viele der Geschäfte und Schleifereien, die sehr oft von orthodoxen Juden betrieben werden. 80 % des Welthandels läuft über das „Jerusalem des Nordens“.

 

Das Schöne am alten Antwerpen ist, daß diese Stadt noch von ihren Bürgern bewohnt ist, die Strassen und vor allem die herrlich authentischen Kneipen bevölkern. Touristen gibt es natürlich auch. Aber Antwerpen ist kein place to be für Ferienwohnungseigentümer, die 1 mal im Jahr vorbeischauen. Diese Stadt lebt und pulst.

Kneipentipps – hier zwei für alle: http://www.devagant.be/ auf der Reindersstraat. 200 Sorten Genever und vor allem wurde hier nichts renoviert, knarziges Halbdunkel. Und ähnlich gezellig (gemütlich) ist das http://www.cafedenengel.be/ am Grote Markt. Schöne Bierkultur, wie überhaupt in ganz Antwerpen. Am Dom gibt es ein Fachgeschäft mit 200 belgischen Biersorten. Und auch im Jane – dem exclusivsten Restaurant der Stadt – wird man gefragt, ob man als Aperitif einen Champagner oder ein Bier möchte.

Das Jane ist in einer umgestylten Militärkirche 10 Taximinuten entfernt zuhause. Absolut sehens- und erschmeckenswert, wenn man es denn schafft eine Reservierung zu plazieren. Genau drei Monate vor dem geplanten Abend, keinen Tag später oder früher bitte eine Emailsenden oder besser anrufen. Das Zeitfenster erhalten Sie per Email, bei uns war es der Zeitraum zwischen 8.00 und 8.15! Die Botschaft: Lieber Gast – wir brauchen Dich nicht, richte Dich nach unseren Regeln oder lass es einfach, Antwerpen hat genug Kneipen für Dich. Aber was soll man sagen? Es hatten offensichtlich nicht nur wir, sondern auch 100 andere Gäste den Erschwernisparcour absolviert, es lohnte sich auch. Eine formidable Küche, deren Ausführung man durch eine riesige Scheibe begutachten konnte. Gekocht wurde im ehemaligen Altarraum. Ein Erlebnis! http://thejaneantwerp.com

 

Aber in der Tat gibt es Alternativen http://www.tekook.be/ an einer kreisrunden knallgelben Bar wird hohe Küche serviert. Cooles Ambiente, kein Antwerpenfaktor. Anders im http://www.siranthonyvandijck.be wunderschön still in einer bezaubernden, ganz versteckten Gasse, die vom dem oude Kornmarkt abgeht, gelegen.

Auf der Kloosterstraat finden Sie nicht nur viele Antiquitäten geschäfte, sondern auch die Hecker Weinbar http://sites.resto.com/hecker/index.cfm mit kreativer Küche. Ach schön – die von aussen etwas unscheinbare, innen aber nett moderne http://www.barbouf.be/ mit Sitzplätzen im reizenden Innenhof. Der letzte Tipp : Die angeblich besten Muscheln Antwerpens bekommt man im Grand Café Rooden Hoet http://www.deroodenhoed.be/ . 80 % der weltweit verzehrten Muscheln gelangen in Belgien in den Verkauf. Also nicht verpassen, hier weiss man, wie man Muscheln zubereitet. Der Rooden Hoet hat eine sehr gute Fischkarte und immer ein anderes Bier dazu, eine Gerstensaft-Vielfalt wie in Antwerpen finden Sie so schnell nicht wieder.

Ein sehr guter Fleischer http://www.slagerij-goeminne.be/ und einer der besten Fischtraiteure http://www.vanbladel.be/ , den zumindest ich kenne.

Und nun ins Austernland, nun in die Osterschelde. Yerseke. Ist ein Zentrum der Muschelverarbeitung und der Austernzucht. Werfen Sie Ihre Vorurteile über Bord, diese Holland- Austern sind überaus köstlich, verlieren in Klärteichen ihre Salzigkeit und entwicklen einen leicht nussig- süsslichen Charakter. Am besten gehen Sie in http://www.oesterij.nl/de/ dort erläutert man Ihnen auf Anmeldung die Geheimnisse der krausen und der flachen Auster und es gibt auch die Möglichkeit zu prpbieren und ein Glas Chablis dazu zu trinken.

 

Fahren Sie nun östlich Richtung Deltapark an der Nordseeküste entlang bis nach Renesse. Dort in den Dünen wartet ein feines Strandrestaurant auf Sie http://www.ourseaside.nl . Nachdem Sie sich gestärkt und vielleicht ein Bad im Meer genommen haben, gibt es auf dem Weg nach Rotterdam drei interessante Bauernhöfe, die sehr guten Käse produzieren. http://www.demekkerstee.nl/landwinkel stellt biologischen Ziegenkäse her und macht aus der Ziegenmilch auch Eiscrème. Öfter mal was Neues! Oder Sie besuchen http://www.westhoekschapen.nl/ , hier wird Schafskäse prodziert. Klassischen Gouda aus Kuhmilch stellt die Familie van Schalk her. http://www.boerderijzuivel.nl/locaties/kaasboerderij-fam-j-van-schaik/

Rotterdam

Das grösste Industrie und Handelszentrum der Niederlande, der grösste Hafen Europas, eine pulsierende Kulturszene, atemberaubende Architektur. Hier mündet der Rhein in die Nordsee. Gezellig ist hier wenig. Der neueste Meilenstein im Städtebau ist die Markthalle http://markthalrotterdam.nl/ auf der Dominee Jan Scharp Straat, die aus einer anderen Galaxie zu stammen scheint. Die Macher nennen das Ding das „Food- Walhalla der Niederlande“. Niemand kann ihnen nachsagen, sie hätten das „Think big“Prinzip nicht verstanden. In der 11 Stockwerk hohen Halbröhre befinden sich über 200 Luxuswohnungen, die in das tägliche Markttreiben (Mo-SO 10.00 – 21.00) blicken, aber auch einen Balkon zur Außenseite haben. Die Innenseite ist von einem gewaltigen 11.000 qm grossen Gemälde aus Glasscheiben geschmückt. Themen sind die Stilleben der alten holländischen Meister in riesig und auf Modern Art. Irre! Und der Besatz an Markthändlern lässt auch keine Wünsche offen. Ob man unter 30 verschieden Sorten von Bio-Kirschtomaten wählen möchte, ob Asiafood oder französische Rohmilchkäse, ob Biometzger oder Tapabar mit Dachgarten. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Unten gibt’s einen Supermarkt einen Grossdrogerie und ein grosses – teures – Parkhaus, in dem Sie sogar vorreservieren können. Die Bewohner brauchen diesen Komplex zeitlebens nicht zu verlassen, ich denke ein Altersheim wird auch drin sein, habe es nur übersehen. Das, was hier ein Rotterdamer Architekturbüro auf die Beine gestellt hat, sucht schon seinesgleichen.

Wohnen in Rotterdam: Originell ist die www.ssrotterdam.nl ein Kreuzfahrtschiff im Stil der 50er. Die Kabinen sind nicht sonderlich geräumig, aber an Bord sind viele Bars und Restaurants. Mit dem Wassertaxi geht’s dann in die City. Preisgünstig dazu.
Der ganz sichere Tipp ist das Hotel New York, im historischen Gebäude der alten Amerika Linie mit toller Brasserie http://www.hotelnewyork.nl/