Skandinavische Stippvisiten

Skandinavische Stippvisiten

Ich sitze im 15. Stock und schaue auf die im dämmernden Abendlicht leuchtenden Inseln. Vor mir ein Glas Preisselbeerpunsch, hinter mir feinste Barmusik

 – ein Pianist und ein Saxophonist grooven in den Sonnenuntergang hinein. Die Bar ist voll besetzt, kein Wunder bei diesem unvergleichlichen Rundumpanorama, auch wenn dieser Ort nicht leicht zu finden ist auf der Coler Fantasy, dem Fährschiff, dass mich von Oslo diese Nacht wieder zurück nach Kiel bringen wird. Der Kapitän kann keinen besseren Rundblick haben als die Barbesucher und doch gibt es noch einen Platz auf dem Schiff, der einen ähnlich schönen Blick zu bieten hat – das Gourmetrestaurant ganz hinten im 7. Stock.

Zum Genuss des feinen Menüs addiert sich der spektakuläre Blick durch die riesige Heckscheibe auf die Fahrt durch den Oslofjord. Das Schiff startet jeweils um 14.00 (sowohl von Kiel, wie auch von Oslo) und sollten Sie im Winter fahren so wie ich, dann empfiehlt sich ein Lunch im Restauarant und später ein Sundowner in der Bar. Ab 17.00 sieht man nicht mehr viel und diese Plätze bieten nur noch den halbe Genuss. Und noch ein Tipp: reservieren Sie unbedingt eine Aussenkabine und lassen Sie sich nicht vom „Promenade View“ irritieren. Das ist lediglich eine Innenkabine, wenn auch mit Blick auf die Shoppingmall des Schiffes, aber wen interessiert schon der Handtaschenverkauf, das Meer muss es sein. Sollten Sie mittags keinen Platz im Restaurant mehr haben ergattern können, versuchen Sie es mit dem Frühstück – auch die Einfahrt am Morgen in die Kieler Förde ist stimmungsvoll, wenn auch nicht ganz so sensationell, wie der Oslofjord mit seinen unzähligen Felseninseln, Leuchttürmchen, bunten Spielzeughäusern und bewaldeten Hügeln und Kuppen. www.colorline.de Unbedingt vorher reservieren.

Die erste Nacht meiner kleinen Skandinavientour habe ich in Kopenhagen verbracht. In der drittteuersten Stadt der Welt leben nämlich die glücklichsten Menschen Europas, die fast alle Fahrrad fahren (um die 25 % Mehrwertsteuer zumindest beim Benzin zu sparen). Und wo wohnt der Zeitgeistreisende von heute? Zum Beispiel im Radisson Blu Royal Hotel. Ein echtes Kultteil aus dem Jahre 1960 nahe dem Tivoli. Eigentlich Pflichtprogramm, da uns aber noch weitere schöne Hochhaushotels auf der Tour begegnen werden, gehen Sie doch vielleicht einfach nur zum Schauen rein oder essen, einen Drink nehmen etc..

Da wir richtige Wasserhotels nicht mehr reichlich finden werden, hier meine Empfehlungen mit Hafenblick in Kopenhagen: Das Admiral www.admiralhotel.dk gegenüber des neuen Operngebäudes, in einem sehr grossen, historischen Gebäude, ebenso wie das Nyhavn, ein etwas kleineres Boutiquehotel www.71nyhavnhotel.dkBeide Hotels liegen nicht weit vom Schloss Amalienborg mit seiner 12 Uhr Wachablösung und der kleinen Meerjungfrau entfernt im angesagten Kneipenviertel Nyhaven. Mein Favorit aber ist das Marriott, ein neues stilvolles Haus, grosse helle Räume mit Hafenblick und viel Wohlfühlambiente www.marriott.com.

 

Kopenhagen ist eine reizvolle, gemüliche Stadt, die aber auch viel Kraft durch die imperiale Architektur ihrer alten Gebäude bezieht. Der Hafen ist voll historischer Bauten, wohltuend durchmischt mit zeitgeistiger und supermoderner Architektur. Das alles macht den Eindruck allmählich gewachsen zu sein und weist keinen am Reissbrett entwickelten Docklandcharakter auf. Im The Standart www.thestandardcph.dk, dem alten Hafengebäude der Schwedendampfer kann man die Hafenatmosphäre drinnen und draussen auf sich einwirken lassen. Früher hat hier der erfolgsverwöhnte englische Architekt Conran sein Customhouse betrieben, nun hat es der Betreiber des kultig-spröden Spitzenrestaurants Noma www.noma.dk (auf der gegenüberliegenden Hafenseite) übernommen. Auch hier werden nun Sterne angestrebt und sogar gleichzeitig ein Jazzclub betrieben.

 

Überhaupt ist die Gegend um Nyhaven für den gastronomisch Interessierten ein wahres Füllhorn. Ein weiterer Jazzclub www.jazzhusmontmartre.dk, FIAT – eine klassische Trattoria www.f-i-a-t.dk, das Rouge oder das Geist mit Barcharacter www.restaurantgeist.dk und das altehrwürdige, aber frischrenovierte Hotel d´Angleterre www.dangleterre.dk – alles liegt hier im Sprengel und viele kleine liebevoll geführte Bars und Cafés Richtung Schloss Amalienborg kommen dazu. Absolvieren Sie um 12.00 die Wachablösung vor dem königlichen Schloss und schlendern Sie weiter Richtung Kastell. Vor dem Park auf der Hafenbeckenseite findet sich ein wunderbares Feinkostgeschäft im alten Zollgebäude. Hier kann man sich im Laden ein Fischbecken mit echten Stören anschauen, den Köchen und Bäckern über die Schulter sehen (mit Wasserblick versteht sich),

Hausgemachtes erstehen, in der Weinabteilung schnuppern und feingereiften Käse kaufen. Ein Geschäft mit wirklich einmaligem Flair! Und die kleine Meerjungfrau ist nur 5 Fussminuten entfernt.
Die berühmte Fussgängermaile Strøget beginnt in Höhe des d´Angleterre und zieht sich bis zum Bahnhof hinterunter – wobei sie zum Ende immer unattraktiver wird. Aber es gibt schon schöne Geschäfte dort, mein Favorit ist der Designtempel www.illumsbolighus.dk. Hier bekommt man in einem gepflegt unrenovierten Einkaufspalast alles Puristische von der Untertasse bis zum Schmusekissen.

Kultur gefällig? Ein Muss ist die schon beschriebene Oper www.operaen.dk
Der dänische Architekt Henning Larsen hat gegenüber dem barocken Platz des Schlosses Amalienborg einen Prachtbau in den Hafen gesetzt, der auch musikalisch vielbeachtet wird. Möglich wurde das Repräsentationsobjekt allerdings nur durch den damals 91 Jahre alte Reeder A.P. McKinney-Móller, den reichsten Mann Dänemarks, der das 335 Mio. Euro teure Haus spendierte und dem Architekten so kräftig hineinredete, daß dieser sich nach Fertigstellung von seinem Bauwerk distanzierte.
Ein weiteres Ohren-Ziel könnte auch das neue Konzertzentrum des Dänischen Radios sein, das Koncerthuset, das ebenfalls für seine fantastische Akustik bekannt ist, ständig Konzerte, ob Klassik, ob Jazz www.dr.dk.
Und zum Anschauen vielleicht die Carlsberg Glypothek, ein sehr schönes innerstädtisches Museum www.glyptoteket.dk Nähe Bahnhof/Tivoli. Nicht nur interessant für Biertrinker (durch jede Flasche Carlsberg finanziert man das Museum mit!) und Liebhaber antiker Skulpturen. Auch Impressionisten und die grosse Gauguin-Sammlung des damaligen Brauereiinhabers – machen die Ausstellung sehenswert.

In Kopenhagen gibt an die 10 Sternerestaurants, damit ist Kopenhagen der unangefochtene Spitzenreiter des Nordens, zumindest was die Kulinarik angeht.
Sogar ein sehr guter Thai www.kiin.dk ist darunter – 14 Gänge für ca. 120 €, aussuchen gibt´s nicht. Aber verlassen Sie die Stadt nicht ohne echtes Smørrebrød-Buffet. Es empfehlen sich die Traditions-Adressen www.idadavidsen.dk und www.restaurantschonnemann.dk. Beide schliessen im Nachmittag, sind also reine Lunchrestaurants, aber hier kann man die kunstvoll arrangierten „Butterbrote“ am besten bewundern und geniessen.

Weiter geht’s – nicht über die riesige – äresundbrücke nach Malmó, sondern über die alte klassische Fährroute Helsingür-Helsingborg nach Schweden. Hier kommt man gleich im richtigen ländlichen Schweden – in Schonen – an. Lassen Sie sich treiben. Wenn Sie sich links halten, kommen Sie auf die naturgeschätzte Halbinsel Kullen und hier finden Sie im pittoresken Fischerort Arild ein kleines Schmuckstück, das Hotel Rusthüllargárden nahe Hafen und Badeplatz am Áresund www.rusthallargarden.se Fabelhaft sind die Strandsituationen fast immer, z.B. Melbystrand. Ein Ort, der den Vorteil hat für unsere Ohren einen wiedererkennbaren Namen zu besitzen, was eher selten der Fall ist. So heisst beispielsweiise der Nachbarort Skummeslvsstrand, was schon schwieriger zu behalten ist. Beide Örtchen bestehen aus hübschen Holzhäusern, verstreut in einem Kiefernwald, der an einen herrlich wilden Strand angrenzt. Auch Falkenberg mit seinen vorgelagerten Badeorten ist famos. So schön die Landschaft hier auch ist, ein Picknick ist die einzige Alternative, denn gastronomisch herrscht hier hammerharte Diaspora.
Aber schon bald haben Sie das quirlige Góteborg erreicht. Eine Hafenstadt  mit viel guter Gastronomie, Kultur und Shoppingadressen und mit einer Unzahl vor der Tür. Dies alles macht sie mit Stockholm vergleichbar und darum spricht man nicht viel von Góteborg, grundlos, wie ich finde.

Was die Stroget für Kopenhagen ist die Kungsportsavenyn – kurz Avenyn – für Góteborg mit Parks, Museen, Theater, Cafés, Geschäften und auch abendlichem Nachtleben. Góteborg hat sich, obwohl Gross- und Hafenstadt, seinen altertümlichen Charme bewahrt. Meine Hotelempfehlung ist hier das Gothia Towers, ein gepflegtes Hochhaushotel von dem man einen fantastischen Blick auf Stadt, Hafen und Inseln geniesst. Ein Tipp nicht zuletzt auch wegen des ausgezeichneten Restaurants Heaven 23 und der Bar Sky – beides im 23. Stock. www.gothiatowers.com .
Der Spitzenkoch der Stadt heisst Hakan Tornstrom www.thornstromskok.com so + mo 031-16 20 66 – Thornstrom bekocht übrigens auch die königliche Abendveranstaltung zur Nobelpreisverleihung. Ein anderer Stern am Himmel der Stadt ist Leif Mannerstrom der in einem alten Hafengebäude der East India Company hohe Küche mit Blick aufs Wasser inszeniert www.sjomagasinet.se.

Apropos Hafen: Wenn Sie Zeit haben nehmen Sie die Strassenbahnlinie 11 bis zur Endstation Saltholmen und fahren mit der Fähre zu den kleinen Inselchen – zum Wandern, Baden, Faulenzen. Oder das Vollprogramm – mit den Oldtimerschiffen durch den Gotakanal in 4 – 6 Tagen nach Stockholm. Das 1874 in Betrieb genommene Kanalschiff Juno führt noch heute und auch die beiden Schwesterschiffe lassen das Herz eines Nostalgikers höher schlagen. Die Kabinen sind klein aber gemütlich und die Küche wird allgemein gelobt. www.gotacanal.se

Und weiter geht es Richtung Norden zum Top Act unserer kleinen Skandinavien Tour. Die Autobahn, die später zur Landstrasse wird, schmiegt sich in die reizvolle Landschaft, viel Wasser, viel Wald, tiefes Schweden. Der schönste Stopp findet sich gleich nach 70 Kilometern an der E6 bei Ljungskile – ein smoländisches Landgasthaus mit Meerblick und Badestrand, die Villa Sjotorp www.villasjotorp.se . Etwas einfacher und ziemlich genau auf der Mitte zwischen Goteborg und Oslo in Tanum die Gestgifveri, ein hölzernes Traditionsgasthaus www.tanumsgestgifveri.com. Die Wälder werden dunkler, die Landschaft urwüchsiger bis man an den Grenzübergang kommt. Kilometerweite Industrieansiedlungen zeigen, daß in Norwegen wirtschaftlich die Post abgeht, das eigene Erdöl und -gasvorkommen sorgt allerdings nicht für niedrige Spritpreise, dafür aber für beleuchtete Autobahnen.

Nach einer Stunde erreicht man den Oslofjord und endlich sind wir da in der Perle des Nordens – Oslo.
Der Hauptplatz der Innenstadt zwischen Königsschloss und Parlament beherbergt viele der ansprechendsten gastronomischen Orte der Stadt und das schönste Hotel. Das Grand Hotel könnte vielleicht die eine oder andere Renovierung – vor allem im technischen Bereich – vertragen, doch das übersieht man dank der bezaubernden, authentischen Atmoshäre. Das Grand Cafe ist wie das ganze Haus aus dem Jahre 1875 und auch Küche und Keller sind zu empfehlen www.grand.no. Ganz ähnlich und gleich gegenüber das Hotel Continental mit seinem jugendstiligem Theatercafee www.hotel-continental.com. Gleich nebenan und frisch und zeitgeistig www.lovebakken.no . Auch ganz neu, aber mit dem Interieur des vorletzten Jahrhunderts, das Cafe Christiania (so hiess Oslo, bevor man sich von Dänemark 1814 löste) www.cafechristiania.no hier kann man sich auch einen schönen Afternoon-Tea zelebrieren lassen.
Die Lage der Stadt ist in der Tat aussergewöhnlich. Die Fjorde mit ihren Inseln, die Berge, Wälder und nah gelegenen Seen machen diese Stadt zu etwas Besonderem und obwohl Grossstadt wirkt diese Metropole einfach gemütlich. Klar gibt es auch Hochhäuser (eines ist das Radisson-Hotel mit zwei Restaurants und drei Bars, Pools, Panoramen usw. www.34etg.no. Aber vorherrschend sind doch Bauten noch aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die vielfach an Harvestehude oder Charlottenburg erinnern. Oslo ist eine sehr junge Hauptstadt, so ist das Waterfront-Viertel Aker Brygge noch bis vor 20 Jahren Jahren eine produzierende Werft ganz nahe am Rathaus und gegenüber der alten Festung Akershus gewesen. Heute gibt es hier sehr wertig inszeniert eine Unzahl von Restaurants und Cafes, viele Einzelhandelsgeschäfte, Wohnungen, Bistros und eine scheussliche Shoppingmall. Tipp: www.lofoten-fiskerestaurant.no  und das Designhotel The Thief mit Wasserblick www.thethief.com– das Gegenteil von Muckelig.

Erbummeln Sie sich nun von Oslos Hauptplatz die Innenstadt Richtung Bahnhof oder wenden Sie sich Richtung Schloss mit seinem wunderschönen Park. Hinter dem Schloss beginnen zwei szenige Viertel – das Majorstuen und das Frogner. Ersteres erreichen Sie wenn Sie am Haus der Künstler, dem Kunsternes Hus www.kunstnerneshus.no (immer interessante Ausstellungen, sehr skandinavisch reduziertes Cafe mit guten Speisen) vorbeigehen und beim neuen Literaturhaus (auch mit Cafe) rechts abbiegen. Schon sehen Sie das Cafe Lorry www.lorry.no Diese Public Lounge ist eine Institution in Oslo, unkompliziert, locker, gute Drinks und eine währschafte Küche. Weiter die Strasse hoch gibt’s Fromagerien, Chamagnerien, Brasserien, viel Einzelhandel mit wenig Filialisten, alles ganz intakt und spassmachend. Weiter links, also wieder Richtung Wasser das Viertel Frogner, wo sich die Sterneküche niedergelassen haben. Empfehlung 1: Feinschmeckerwww.feinschmecker.no hat sogar ständig ein vegetarisches Menu auf der Karte, was mal was anderes ist. Nummer 2, die Bagatelle www.bagatelle.no geht da eher den klassischen Weg.
Pascal Dupuy www.pascal.no ist ein hervorragender Konditor und betreibt gleich auf der Hafenseite des Schlosses auf dem Hendrik Ibsen Gate ein nettes Cafe, wo man auch einen vorzüglichen Lunch bekommt. Inzwischen hat er mehrere Outlets in der Stadt.
Zurück am Hafen spazieren Sie am Rathaus vorbei und steuern die Festung an Im Sommer ist das einer der schönsten Plätze um sich im Grünen niederzulassen und den Blick auf Stadt und Hafen zu geniessen, aber auch auf den Osloer Hausberg den Holmenkollen, der durch seine gewaltige Skisprungschanze berühmt geworden ist. Hier oben kann man wintertags prächtig Skifahren oder Rodeln www.oslovinterpark.com und ist doch in 15 Minuten mit dem Auto wieder in der Innenstadt. Möglich ist auch ein Trip in den Schnee mit der U-Bahn. Die Linie 1 hat die Station Frognerseteren und so heisst auch das gleichnamige Holz-Gasthaus www.frognerseteren.no etwa 5 Minuten fussläufig unterhalb der Station. Der Blick von hier oben auf Stadt und Fjord ist atemberaubend. Hier kehren Wintersportler ein, die auf die Schnelle im Selbstbedienungscafw etwas essen wollen, aber in der weisseingedeckten Gourmetstube kommen auch Geniesser auf ihre Kosten. Sommertags kann man von hier aus ausgedehnteste Wandertouren absolvieren. Das berühmte im traditionellen Norweger Stabholzstil erbaute Holmenkollen Park Hotel www.holmenkollenparkhotel.no ist ebenfalls ein Tipp für Wanderer oder Wintersportler, die ständige Fahrt hinunter in die Stadt mag für andere auf Dauer doch zu nervig sein. Aber einen Lunch sollte man sich hier nicht entgehen lassen, denn auch von hier ist der Blick hinunter einfach wunderbar.

Einen weiteren Ausflug rechtfertig das Vaertshuset im Museumsdorf Baerum Verk , Das Dorf liegt beschaulich an einem Wasserfall in einem Wald- und Wandergebiet. Alles wurde für eine Shopping Arena ausgehwählt und dann wurde das mit einem Innovationspreis geadelt. Furchtbar. Aussen Mühlenhof und innen Woolworth. Aber das kleine Gasthaus am Anfang des Weilers ist Klasse und lohnt die 20 minütige Autofahrt, sehr netter junger Chef, authentische alte Gaststube, sehr gutes Essen. Hier passst alles. www.vaertshusetbaerum.no

Und jetzt noch ein paar Tipps zur Kultur:
Ganz neu ist das Opernhaus im zweiten Hafenbecken, im April 2008 fertiggestellt vom Osloer Architekturbüro Snohetta. Das 400 Mio. EUR teure Prestigeobjekt hat ebenso wie Kopenhagen eine unstrittig perfekte Akustik und einen phänomenalen Wasserblick www.operaen.no. Passionierten Operngängern, die in der Nähe nächtigen wollen, sei das individuell ausgestattetet Clarion Hotel Bastion empfohlen www.hotelbastion.no .
Ebenfalls neu und von einem Osloer Architekten, dem über 80 Jährigen Sverre Fehn erbaut, ist das neue Architekturmuseum für Kunst, Architektur + Design in einem ehemaligem Bankgebäude www.nasjonalmuseet.no .
Norwegen heisst Edvard Munch, wenn Sie sich von seinen kraftvoll expressionistischen Motiven deprimieren lasssen möchten, dann ab in die Nationalgalerie (die aber auch Matisse, Picasso etc. zeigt).

Das Haus der Künstler mit aktuellen Ausstellungen habe ich bereits erwähnt. Noch nicht erwähnt ist die Museumsinsel, ein echtes Kleinod, dazu stadtnah. Es handelt sich um die Halbinsel Bygdoy, die an ihrer zentrumszugewandten Spitze das Volksmuseum, das Seefahrtsmuseum und das Kon-Tiki-Museum beherbergt (von hier aus auch Führverbindungen zum Rathaus). Die Insel ist ländlich und romantisch, mit kleinen Buchten und Stränden, viel Spazierwegen, Holzhäusern , Bauernhöfen und Edelvillen, dazu die maritime Museen und ein wunderbarer Blick auf Stadt und Fjord. Leider gibt es nur im Sommer ein paar Strandrestaurants www.hukodden.no +www.lilleherbern.no. Im Winter muss man sich mit den Museumscafes begnügen.

 

 

 

Bildquelle: Karl Paul Themistokles von Eckenbrecher, Die Auguste Victoria im Naerofjord (Ausschnitt), 1900, Staatliches Museum Schwerin. Ausgestellt 2008 im Landesmuseums Münster in Orte der Sehnsucht. Mit Künstlern auf Reisen.
Lust auf Oslo? Ein wenig kennen Sie nun die Stadt, die gerade in der kalten Jahreszeit, wie ich finde, einen besonderen Charme entfaltet. Spätes Dämmern und frühes Dunkeln, lässt alles blitzen und funkeln, die knackenden Eisschollen auf dem winterlichen Fjord, erzeugen eine anregende Stimmung, die uns in die gemütlich erleuchteten Wirtshäuser treibt. Besuchen Sie auch einmal den angesagten Stadtteil Gronerlokka mit vielen szenigen Ausgehadressen, erwähnt sei hier das Bistro Broccante auf Thorvald Meyers Gate 35 Tel. 0047/22 382426 oder den berühmten Vigelandspark mit seinen erotischen Skulpturen www.vigeland.museum.no und noch vieles andere, was Sie noch selbst entdecken sollten. Hier zwei Links für Landhotels in Schweden und Norwegen:
www.countrysidehotels.se/de
www.greatsmallhotels.com/de/norwegen/boutique-hotels

Kulinarische Besonderheit á la norge
Gjetost, auch Braunkäse genannt wird im Gudbrandstal bei Lillehammer hergestellt und gilt geradezu als nationales Symbol. Molke aus Ziegen- und Kuhmilch wird aufgekocht, bis der darin enthaltene Zucker karamellisiert und dem Käse seine charakteristischen Eigenschaften verleiht. der Geschmack harmoniert besonders mit Beerenkonfitüre, er wird aber auch dünn geschnitten auf Brot pur gegessen.
Als jugendlichem Rucksacktouristen wollte es mir vor Jahrzehnten in Norwegen einfach nicht gelingen, mich an die ständige und einzige braunkäsige Brotbelagsvariante zu gewöhnen, Gjetost morgens, Gjetost abends. Und immer auf Knäckebrot, puuh! Und alle Norweger waren immer wieder begeistert. Inzwischen mag ich ihn wieder und wie genussfreudig die Norweger sind, davon habe ich mich auf meiner kurzen Winterreise überzeugen können.
Gjetost – das authentische Produkt bekommen Sie natürlich bei uns in der Butterhandlung Holstein. Und hier noch ein Rezept, was ich gefunden habe und was mal eine andere Variante als zum Knäckebrot darstellt:
Gjetost mit Feldsalat und Walnussvinaigrette

Zutaten für 4 Portionen:

  • EL Himbeeressig
  • 1 EL Orangensaft
  • 4 EL Walnuss
  • 2 EL Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 4 Scheiben Weissbrot
  • 1 TL Butter
  • 50 g Käse, Gjetost
  • 100 g Walnüsse
  • 4 Port. Feldsalat
  • Zucker


Zubereitung:

Den Feldsalat putzen, waschen und trocken schleudern. Himbeeressig, O-Saft, Nuss und Brühe vermischen und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken. Brot entrinden und in schmale Streifen schneiden, in der Pfanne in Butter beidseitig rösten, Gjetost in feine Scheiben schneiden und das Brot damit belegen, ca. 4 min unterm Backofengrill überbacken. Nusskerne grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten, Feldsalat anrichten, mit Vinaigrette übergießen, mit Brot und Nüssen anrichten. Eine Variante empfiehlt gebrannte Mandeln, fein gehackt dazu.

Langsam Richtung Norden bummeln?
Hier noch zwei Hoteltipps nahe der Nordroute – in Timmendorf das schön am Ostseestrand gelegene Maritim Seehotel. Zugegeben etwas sehr kastig in seiner Formgebung aber mit der exceptionellen Küche des Lutz Niemann in der Orangerie Oder das mittig zwischen dem Fährhafen Rodby und Kopenhagen in Prosto am Strand gelegene Hotel Fredriksminde www.hotel-frederiksminde.dk. Dänisch puschelig pur.
Falls Sie am letzten Juni-Wochenende in Dänemark unterwegs sind, empfiehlt sich ein kleiner Abstecher nach Svendborg zur Insel Fonen. Dort findet jährlich im Hafen das kulinarischen Topereignis Dänemarks, das „kulinarische Sydfynen“ www.kulinarisksydfyn.dk statt – ein Feinkost-Markt mit über 100 landwirtschaftlichen Produzenten, Küsern, Imkern usw.

Unser Thekenbauer Thomas Brackland von der Firma Kohla montiert nicht nur in Münster, sondern auch in Skandinavien seine individuellen Schaustücke. Sein Tipp:
Die besten Tapas meines Lebens habe ich nicht in Spanien, sondern in Oslo probiert. Die San Leandro Tapas Bar ist einfach wunderbar und liegt ganz zentral in unmittelbarer Nähe des Nationaltheaters www.sanleandrotapas.com . Hier noch zwei Hoteltipps nahe der Nordroute – in Timmendorf das schön am Ostseestrand gelegene Maritim Seehotel. Zugegeben etwas sehr kastig in seiner Formgebung aber mit der exceptionellen Küche des Lutz Niemann in der Orangerie Oder das mittig zwischen dem Fährhafen Rodby und Kopenhagen am Strand gelegene Hotel Fredriksminde www.hotel-frederiksminde.dk. Falls Sie am letzten Juni-Wochenende in Dänemark unterwegs sind, empfiehlt sich ein kleiner Abstecher nach Svendborg zur Insel Fonen. Dort findet jührlich im Hafen das kulinarischen Topereignis Dänemarks, das kulinarisch www.kulinarisksydfyn.dk statt – ein Feinkost-Markt mit über 100 landwirtschaftlichen Produzenten, Käsern, Imkern usw.
Unser Thekenbauer Thomas Brackland …

Und hier noch einige ganz authentische Oslotipps von der Münsteraner – oder eigentlich Osloer – Künstlerin Gro Löhn:

Lieber Herr Helmrich, leider habe ich es vorher nicht geschafft Ihnen Informationen über Oslo zu schicken. Ich finde Sie haben schon sehr viel schönes gesehen und gefunden, gerne würde ich aber erst im kulturellen Bereich etwas zufügen.
Astrup-Fearnley Museet Dronningensgate 4 / Oslo ( centrum ) Das Museum hat eine exellente Sammlung internationale moderne Kunst. Das Museum zieht um nach Tjuvholmen (www.tjuvholmen.no) in einem Museum entworfen von Renzo Piano. (Schauen Sie sich Tjuvholmen vielleicht an , es wird ein ganz neues Zentrum direkt im Meer vor Oslo gelegen).
Henie Onstad Kunstsenter www.hok.no Das Museum liegt etwas ausserhalb der Stadt direkt am Oslofjord , ist aber ganz einfach per Bus zu erreichen. Das Kunstsenter hat einen Skulpturenpark und eine sehr gute Gastronomie.In Sommer sitzt man herrlich draussen, direkt am Fjord mit Blick auf einem Yachthafen ( und meinem Elternhaus … ), und die vielen schönen Inseln. Unterhalb des Museums ist eine kleine Badebucht, wo man sehr schön baden kann.
Munch museet www.munch.museum.no Ich finde dieses Museum sehr wichtig. Es gibt wunderbare zarte Zeichnungen und Drucke von Menschen und Landschaften.
Drei international arbeitende Galerien:

Galerie STANDARD (für junge Kunst)
Galerie K
Galerie Riis

Die ersten beiden Galerien sind vertreten auf Art Basel , Miami Beach , Art Cologne etc.

Ein Geschäft möchte ich gerne empfehlen: Fjelberg Fisk & Vilt (seit 1917). Ich kenne das Geschäft seit mein 4. Lebensjahr . Hier haben wir für Weihnachten die Schneehühner gekauft, für Silvester Hummer und Flusskrebse. Es gibt herrliche selbst gemachte Soen und Nachtische zum mitnehmen , und die frischesten Fische die ich kenne. Es ist ein kleines Geschäft in Bygdy Alle , die wohl schönste Strasse die wir haben in Oslo . Im Keller gibt es ein kleines Lokal, oder man sitzt an einer der 2 kleinen Tischen auf der Strasse.

Wer ausserhalb von Oslo Badeurlaub machen müchte, kann ich einem Hotel empfehlen.Es liegt auf eine Insel im Oslofjord, Tjme, da wo der Fjord ins Meer übergeht ( Die Insel ist mit dem Festland verbunden ). Das Hotel heisst Engo Gaard ( Relais & Chateaux ) und ist einmalig gelegen und mit eine fantastische Kühe. Es gibt relativ günstige Wochenend – Arrangements. Ein Gesamt-Erlebnis! www.engo.no Die schönste Reisezeit für Oslo ist Juni / Juli – bis Mitte August . Die Stadt ist dann sehr lebendig , auch durch die Enge Verbindung zum Meer. Am 23 . Juni feiern wir St.Hans ( Mittsommernacht ?) . Dann sind tausende Boote unterwegs mit Birkenlaub und norwegische Fahnen geschmückt. Es ist praktisch 24 Stunden hell , man macht Picknick , und auf jede Insel brennt ein – oder mehrere Feuer. Im Winter kann man natürlich sehr gut ausserhalb von Oslo Ski fahren ( Bahn National Theater – Holmenkollen , ca. 20 Minuten ). Und danach ins Theaterkafe …
Bitte haben Sie Nachsicht , die deutsche Grammatik lerne ich nie ganz!
Mit besten Grüßen, Gro L0hn