Tour des Alpes Teil 2

Tour des Alpes Teil 2

Steiermark, Kärnten und Südtirol. Bündner Land und Engadin

Ca. 800 km

Das nahe Salzburg mag mit seinen Festspielen locken, aber es schreckt auch mit seinen Touriexplosionen, genauso wie der Wolfgangsee.

Nein, unser Ziel ist der Altaussee mit seinem gleichnamigen Uferort. Hier ist es still, keine Strasse stört, das Dorf ist beschaulich, friedlich, erholsam, umringt vom Gebirge. Bekannt ist die luxuriöse Seevilla www.seevilla.at Tel. 03622 71302, an einem öffentlichem Badestrand, gute Küche DZ 200. Sehr nett finde ich es aber auch bei Familie Frischmuth im Hotel am See www.hotelamsee.at Tel. 03622 71361, eigener Park, Strand, Bootsverleih. DZ 140. Ein schlichtes Holzhaus in der Ortsmitte, eine etwas andere Einrichtung und eine etwas andere Karte, lässt mich die „Wirtschaft“ Tel. 0676 3401608 als Restaurant empfehlen.

Wir sind hier in der Steiermark und auf dem weiteren Weg nach Kärnten passieren wir einen der schönsten Naturparks Österreichs, die Sölktäler.

  Immer mehr ähnelt die Bergkulisse dem schottischen Hochland. Ständig kreuzen Bäche die schmale Strasse die sich in immer neuen Windungen den Dachstein hochschraubt. Kurz vor der Passhöhe linker Hand ein Gasthaus. Erzherzog Johann Hütte. Es begann schon dunkel zu werden und ich hatte noch kein Zimmer. Ein Bett war noch frei. Ein Rindsgulasch gab´s auch und ein paar Bier dazu. Morgens eines der besten Frühstücke der Tour. Machte zusammen 33 Euro! Und morgens gleich in der Frühe in den völlig menschenleeren, taunassen Berg. „Du stehst vor unglaublichen Bergen und spürst die Freiheit.“ Das Zitat steht irgendwo in der Hütte und ist nicht übertrieben. http://www.erzherzog-johann-huette.eu/ Tel 03686/4355 Familie Senekowitsch Mitte Mai bis Ende Sept.

Übrigens – auch Kühe stehen nicht gern schief. Je steiler die Wiesen und je schmaler der ebene Pfad, umso unerfreulicher das Verhältnis von Kuhhaufen und wünschenswertem Untergrund. Nun gut, es ist nicht gerade 1:1, aber Ihre Wanderschuhe sollten abwaschbar sein. Ohne Wanderschuhe verlassen Sie am besten gar nicht das Auto, die brauchen Sie auf dieser Tour wirklich, nicht nur wegen der Kühe. Halbhohe bequeme Stiefel und kein rutschiger Schotter kann Ihnen etwas anhaben.

Wir queren über die Turracherpassstrasse die Tauern. Am Fusse der Nockalmstrasse (auch hier ein herrlicher Nationalpark – Mautgebühr) der höchste gelegenste Fischzuchtbetreib Österreichs. An den Teichen sitzend, geniesst man ein einfaches Mal mit geräuchertem Saibling und trinkt einen blitzsauberen Haus-Veltliner dazu.

Das nächste Ziel ist der Millstätter See. Der Hauptort Millstatt bietet viel, mild und stimmungsvoll glänzt der See, hier herrscht keine hochalpine Wildheit mehr, ein altes Benediktinerstift, in dem in der Sommersaison interessante Musiktage abgehalten werden.

Herrliche Wandermöglichkeiten über dem Ort am Berg, z.B. Lammersdorfer Hütte mit eigener Sennerei http://www.lammersdorferhuette.at/   oder die Schwaiger Hütte u.a.. Die Hütten liegen alpin über 1500 Meter, sind immer bewirtschaftet und bieten teilweise urige Übernachtungsmöglichkeiten. Sie sind mit dem Auto zu erreichen. Von dort kann es dann losgehen und man hat die schlimmsten Steigungen vermieden.

In Millstattt selbst zwei gute Hotels –  Seevilla, oldfashioned, schöner See- und Badegarten, gemütliche Zimmer. www.see-villa-tacoli.com/  0043 4766 2102 DZ 100 und die Villa Verdin, die unkonventionelle Seeadresse, eingerichtet wie eine edle Freakpension in Berlin-Kreuzberg, szeniger Gastgarten – mein Tipp am See. http://villaverdin.at Tel. 0043 69912181093 DZ 100

Jetzt wenden wir uns westwärts Richtung italienische Grenze.
Der Monte Croce bei Sexten bildet auf 1600 Meter die Grenze zwischen Südtirol und Venetien inmitten klassischer Dolomitengipfel. Hier führt Famile Aichner ein erstklassiges Hotel, auch Ostern übrigens eine recht sichere Wintersportadresse. Beste Küche, feine Weine und geschmackvolle Zimmer, sehr empfehlenswert. DZ incl ¾ Pension (wie die Gastgeber schreiben) 150 www.kreuzbergpass.com/de/ Tel. 0039 0474 710328.

Über Cortina d´Ampezzo und den Karerpass, danach den Nigerpass mit herrlichem Rosengarten-Blick – das sagenumwobene Gebirgsmassiv der Dolomiten –  nach Bozen und weiter nach Meran.

Bozen ist eine wunderbare Stadt, mit Arkaden, einem buntem Markt, Museen, Bars und viel Trubel. Aber man ist nicht gleich in der Natur. Wenn Sie aber jetzt endlich eine urbane Abwechslung brauchen, empfehle ich das Hotel Greif mitten in der Stadt. http://www.greif.it/ Tel. +39 0471 318 000 DZ 200. Ein sehr individuelles Haus. Jedes der Zimmer wurde von einem anderen zeitgenössischen Künstler gestaltet. Das Thema des Hauses ist Kunst. Interessante Internetseite. Im Partnerhotel Laurin, auch ein Bozenklassiker werden Resto, Bar und Pool genutzt.

Aber Meran scheint mir persönlich doch noch besser geeignet, die wunden Füsse zu pflegen –siehe auch: http://www.butterhandlung-holstein.de/reisen-kulinarisches/lecker-unterwegs/italien/meran-im-november-stand-2003/ Leicht morbid, aber doch gepflegt und stimmungsvoll mit seinen Laubengängen, der wild rauschenden Posser und dem Jugendstil-Kurhaus. Hier finden auch  anspruchsvolle Veranstaltungen statt, Musikwochen im Frühjahr und Sommer und das unvergleichliche Gourmet und Weinfestival im November http://www.meranowinefestival.com/de . Aber Meran ist vor allem gleich an den Weinbergen mit seinen ebenen Promenadenwegen gelegen. Hier kann an auch im Lederslipper seinen Gang machen. Die Gegend um Meran ist für das Törggelen berühmt, die Einkehr in Landschenken zum Wein, zum Speck und Bergkäse nach Spaziergängen an bergigen Rebfeldern entlang.

Wein: Endlich sind wir wieder im Weinland und können ein gutes Glas Vernatsch oder einen Terlaner geniessen, weite Wege sind nicht nötig, denn in Meran selbst, Nähe Via Roma befindet sich die mehrfach ausgezeichnete Kellerei Meran – Burggräfler http://www.meranerkellerei.com/ .

Zwei Hotel-Empfehlungen ausserhalb der Stadt:

Lana

Falls Sie noch immer von modernistischer Alpenarchitektur nicht genug haben sollten oder ohnehin ein Designfreak sind, dann muss es oberhalb von Lana am Vigiljoch das Vigilius Resort sein. Nur mit Seilbahn erreichbar. Ruhe und Luxus in Vollendung www.vigilius.it/ Tel. 0039.0473.556 600 DZ 300

in Schenna oberhalb von Meran mit Blick auf die Kurstadt das Hotel Eschenlohe www.eschenlohe.it/de/ Tel. 0039 0473 945669‎ DZ mit Halbpension 120. Auch Appartments mit 2 Schlafzimmern 500 – 1.000/Woche.

Der Ofenpass verbindet den Vinschgau mit dem Engadin. Eine sehr schöne Strecke führt aus Südtirol hinaus in das schweizerische Münstertal (das wäre auch noch mal eine Reiseskizze wert: Münstertäler im Vergleich- Deutschland/Frankreich/Schweiz) zum Passo del Forno.

Rasten Sie nicht auf der Passhöhe, sondern fahren Sie einige Kurven hinunter bis zum solid-imposanten Hotel Parc Naziunal Il Fuorn. Zwar an der Passstrasse, aber dennoch toll gelegen, rustikale Terrasse, klassische Bündener Gerichte, auch Zimmer. www.ilfuorn.ch/   Tel. 0041 81 856 12 26 DZ mit Dusche 70. Spröder Wanderercharme. Steinadler, Murmeltiere, Gemsen und Steinböcke und sogar Bären soll man auf im Parc beobachten können.

St. Mortiz der mondäne Ort liegt wunderbar eingebettet im Engadiner Gebirge an einer Kette von ultramarinfarbenen Seen. Im Ort die legendären Tempel, wie das Badrutt oder das Kulm. Da sitzt man zwar mitten im Schweizer Luxus-Shoppingparadies, aber die Natur ist weit. Das Kempinsky liegt zwar etwas ausserhalb, aber direkt an Bergbahn und Wanderwegen. sofern man den Luxus sucht www.kempinski.com/stmoritz Tel 0041 81838 3838 DZ 270. Etwas schlichter, hoch über dem Sankt Moritz See und auch direkt an Bergen und Wegen, befindet sich das Waldhaus am See. Exponierte Lage mit Blick auf das fussläufig entfernte St. Moritz, See und Berg- und Waldkulisse. Kein Luxus. Enorm gut sortierte Whiskybar. Sehr abwechslungsreiches Inclusive-Programm für Unternehmungen, Besichtigungen, Verkostungen usw.  www.waldhaus-am-see.ch

Tel. 0041 81836 60000 DZ 160. Die Perle aber, mein absolutes Lieblingsversteck ist von hier 30 wunderschöne Gehminuten (Auto nicht erlaubt) entfernt. Das  lej da staz am verwunschenen Stazer See.

Schönste Holzhausromantik mit Badesteg und ursprüngliche Gaststube mit Terrasse inmitten eines Wanderparadieses www.lejdastaz.ch Tel. 0041 81833 6050 DZ 150‎. „Etwas für Tibetmönche“ meinte eine mir eigentlich wohlgesonnene Person. Kompletter Quatsch. Ansehen. Unbedingt.

Sils Maria – Hier am Silvaplanasee liess sich Nietzsche zu zahlreichen seiner Werke inspirieren „hier ist gut leben, in dieser starken hellen Luft, hier, wo die Natur auf wunderliche Weise zugleich mild, feierlich und geheimnisvoll ist – im Grunde gefällt mir´s nirgendswo so gut als in Sils Maria.“. Das Häuslein, in dem er zur Miete weilte, ist jetzt ein kleines Museum, natürlich mit dem Philosophen als Thema, aber auch mit Kunstausstellungen und es werden sogar Zimmer vermietet. www.nietzschehaus.ch DZ 70. Daneben steht das gepflegte Hotel Edelweiss mit sehr schönem Speisesaal und angenehmen teilweise grosszügigen Zimmern www.hotel-edelweiss.ch Tel. 0041 81838 4242 DZ 180 incl. Halbpension. Sils hat nichts Exclusives, ist reduziert auf die spröde, aber ergreifende Landschaft. Nichts Mondänes, wenn nicht das Waldhaus wäre www.waldhaus-sils.ch 0041 81838 5100.

Ein echter Schweizer Hotelklassiker hoch über dem Ort mit herrlichem Blick auf die steinernen Zinnen und Seen. DZ 300 incl. Halbpension.

Nun über den Julierpass und runter ins Rheintal Richtung Chur. Von dort ist nur noch eine knappe Stunde bis zu unserem Ausgangspunkt, dem Bodensee. Oder wenn in Ihnen noch immer Bergsucht steckt, Lust nach den Kurven, den steinigen Wegen, den hölzernen Hütten, den kristallklaren Seen, dann Go West! über Flims Waldhaus www.waldhaus-flims.ch/   und Laax mit seinem Rocksresort http://www.designhotels.com/hotels/europe/switzerland/laax und den Oberalppass nach Andermatt und dann… Oder besser – wir planen eine neue Tour.